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Domzimmer-Milonga III: Tango and ContacTango in Contact

Tango erlernen, Contango entdecken

Erstmals erlebt haben wir Tango bei einer Geburtstagsfeier, als ein befreundetes Paar für uns einen Tango zur Darbietung brachten – verlockend.

Zwei Jahre später waren wir selbst so weit: wir ging in den Tangokurs unserer finnischen Tangolehrerin beim TSZ Attaching – traditionell.

Das Lernen war für uns als Anfänger und als Paar nicht immer einfach war: „Ist das richtig so? Wie geht der Schrit nochmal? Sei locker!“ – herausfordernd.

Der Besuch von Tanzveranstaltungen – „Wir gehen tanzen“ – bedeutete damals: „Stefan tanzt, Mirjam sitzt“. Dass sie nicht die einzige Sitzende war, war kein Trost – verzwickt.

Dass wir dem Tango treu blieben, liegt vor allem an der Atmosphäre und an der Musikauswahlt bei der Milonga Neostalgia in Freising und der Wohnzimmer-Milonga Riedlscher Art in der „Tangometropole“ Pörnbach, zwischen Pfaffenhofen und Ingolstadt gelegen – wunderbar, befügelnd.

Am Münchner Königsplatz beim Tanz Andrea bekam Stefan den Tipp dafür, „wo man denn so frei tanzt“: im Freitänzer und im Lachdach mit den Lehrern Peter, Taro, Thomas, Sebastian und mit ihr, Andrea – spannend.

Die Entdeckung des Contango (auch „ContacTango“ genannt) brachte uns neue, abwechslungsreiche Musik und freies Tanzen – allein, zu zweit, zu dritt – mit Tänzerinnen und Tänzern, die uns freundlich aufnahmen – befreiend.

Contango tanzen und weitergeben

Die Entdeckung wollten wir weitergeben an Freunde, die gerne Tango tanzen, es aber auch genießen, wenn sie auf die Musik hörend und sie interpretierend tanzen.

Unterstützt durch eine Freundin, die gerade ihre Ausbildung zur Tanztherapeutin abgeschlossen hatte, suchten wir eine „location“ für eine erste Contango-Veranstaltung in Freising. Schließlich wurden wir fündig: Wir mieteten einen Raum im Kardinal-Döpfner-Haus an und luden zu einem ersten Contango-Workshop in Freising ein. Zwölf Tänzerinnen und Tänzer kamen damals zu diesem Workshop.

Ein Jahr später, bei der Planung von Stefans Geburtstags-Wohnzimmer-Milonga, stellten wir fest: Unser Wohnzimmer ist zu klein, wenn auch die Contango-Freunde aus München mittanzen sollen. So wurde mit Unterstützung unserer Freisinger Contact-Freundin aus der geplanten Wohnzimmer-Milonga eine Domzimmer-Milonga im Veit-Adam-Saal des Döpfner-Hauses auf dem Freisinger Domberg. Groß war die Hilfe Ingolstädter Tangofreunde, die ihre Musikanlage mitbrachten und sich das DJ-ing mit Stefan teilten. Am Eingang des Saals damals die Kalligrafie mit dem Text: „Wer barfuß geht, den drücken keine Schuhe.“

Eine Contango-Milonga ohne Warm-up? Das geht gar nicht! Deshalb: Warm-up – aber klar doch!
Aber mit wem? Nachdem Peter Krempelsetzer 2017 den Workshop gehalten hatte, übernahm im Februar 2018 Andrea Gröger das Warm-up, im April Thomas Wanner und im Juni Sebastian Mayer, alle vier Lehrer aus der Münchner Contango-Szene.

Wer alle fünf Münchner Contango-Lehrer an nur einem Wochenende erleben möchte, dem sei der Besuch des ersten Münchner ContacTango-Festivals Anfang Juli empfohlen.

Ein besonderes Ereignis bei der Wohnzimmer-Milonga III im Juni war der Auftritt von drei Mitgliedern der Münchner Contango Banda.

Playlist zur Domzimmer-Milonga III – hier lang.

Tango und Contango zusammen – geht das?

Immer wieder überlege ich, ob wir mit der Domzimmer-Milonga ein Zusammenkommen von Tango und Contango zu erzwingen versuchen – ein Zusammenspiel, das prinzipiell nicht möglich ist?“, und ich hoffe dabei, dass unsere Milongas dazu beitragen, die jeweils andere Seite genauer wahrzunehmen und in ihrem Anderssein zu respektieren.

Die Rückmeldungen der Gäste – sowohl der Tango- als auch der Contango-TänzerInnen – am Abend unserer letzten Domzimmer-Milonga bestärken uns:

  • „Hier muss sich der Mann nicht als toller Tänzer beweisen, und die Frau ist nicht zum Sitzen, Sich-Anbieten und Warten verdonnert. Das Fehlen von Konkurrenz schafft diese freundliche Stimmung, die etwas ganz Besonderes hier ist.“,
  • „… das Warm-up, die heitere, kreative Tanzatmosphäre, das angenehme ‚Publikum‘, die stimmige Musikauswahl, die einfühlsame und auch fetzige Livemusik … “,
  • „Mit der Live-Musik ist das heute die beste der drei Milongas.“,
  • „Es war wunderschön.“,
  • „Macht weiter!“

 

 

 

 

Domzimmer-Milonga II – Playlist: „Thank you for the music”

Auch im April gab es in Freising eine private Domzimmer-Milonga, zu Beginn des Abends mit Blick auf die Alpen. Die aus Attenkirchen, Ingolstadt, Augsburg, Landsberg, Regensburg und München angereisten Gäste mit ganz unterschiedlichen Tango- und Contango-Erfahrung waren neugierig und aufgeschlossen für Neues.

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Schwedischkurs: tala, skratta, fira, minnas

Im Herbst 2005 begannen wir mit unserem Schwedischkurs: eine Gruppe von Studentinnen und Studenten, Lehrer, Rentner, eine Freiberuflerin, …, dazu Birgitta aus Åtvidaberg in Schweden. „Tala svenska“ vom Groa Verlag war unser Lehrbuch. Auf einer der ersten Seiten im Buch sahen wir einen Mann, „en man“, beim Fischen, „fiska“, im Gespräch mit einem Jungen, „en pojke“. „Ett Samtal i Malmö“, so lautete die Überschrift zum Bild. Wir lernten: die Vorsilbe„sam“ bedeutet „zusammen, gemeinsam“, „tala“ bedeutet „sprechen“. Ja, das wollten wir: „sam-tala“, „zusammen sprechen“!

* sprechen, lachen, feiern – erinnern

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Domzimmer-Milonga oder: Wer barfuß tanzt, …

Was macht ein Tänzer, der Tango und Contango liebt, die Idee der Wohnzimmer-Milonga Riedl‘scher Prägung schätzt, und viele befreundete Tänzerinnen und Tänzer zur privaten Geburtstagsmilonga einladen möchte? Er sucht einen größeren Raum für sein Fest und macht aus der Wohnzimmer-Milonga eine Domzimmer-Milonga.

Bei der Besichtigung des Saals im Kardinal-Döpfner-Haus auf dem Freisinger Domberg hängen im Flur Kalligraphien. Die Kalligraphie am Eingang des Tanzsaals in spe zeigt zwei verschiedene abgetanzte, abgelegte Frauentanzschuhe auf einem Untergrund der Worte lost shoes lost shoes lost shoes verlorene Schuhe lost shoes – und dazwischen ganz groß der Satz: Wer barfuß geht, den drücken keine Schuhe. Ja, das ist ein gutes Motto für Stefans Domzimmer-Milonga:

Wer barfuß tanzt, den drücken keine Schuhe.

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