Jagdstuben-Milonga: kreativer Tanz zwischen Contact und Tango

Ein neuer Ort, vom Domzimmer auf dem Lehrberg in die Jagdstube am Fuß des Freisinger Nähbergs . Es ist ein heller Raum, bekannt von früheren Tango-Milongas, in neuem Gewand. Nun also „kreativer Tanz zwischen Contact und Tango“.

Die von uns privat eingeladenen Gäste aus Freising, München, Landshut und Regensburg versammeln sich, sie stehen – wie bei ContactTango-Veranstaltungen üblich – im Kreis und stellen sich vor: die Contact-Tänzerinnen, die neugierig ist auf Tango, die Tangotänzer mit mehr oder weniger Contango-Erfahrung, eine ausgebildeten Balletttänzerin … und einer, der von sich weiß: „Ich tanze nicht!“. Thomas Wanner greift beim „Warmup“ erfreut das Motto auf: „Kreativer Tanz zwischen Contact und Tango“, und lässt uns erspüren, welche Bandbreite es dabei gibt.

Passend zum Raum, den er heute zum ersten Mal sieht, beginnt Thomas mit „Solide Alm“ von Hubert von Goisern und sorgt damit gleich für eine befreite Stimmung in der Jagdstube, in der Rehe, Hirsche und ein Elch von den Kissen und Wänden auf uns herabschauen. Der Parkettboden knarzt zunächst, doch Thomas schafft es, dass nach der Musik alle ruhig stehenbleiben, auf die Stille lauschen und dann ihm (ganz ohne Knarzen) zuhören.

Wir schreiten durch den Raum, zunächst ohne Musik, kommen miteinander in Kontakt – aus Contact-Impro-Sicht ist das bereits „Tanz“. Dann dürfen wir Kontraste erleben, die Unterschiede erspüren zwischen Tango und Contact-Tanz. Für den Tango mit ein bisschen Augenzwinkern und sehr übertrieben: „Stellt euch vor, wie Tango in einer Karikatur aussähe“ – und für Contact-Impro im spielerisch-freien Tanzen mit Kontakt im Raum. Das Knarzen des Bodens ist nicht mehr zu hören, wir tanzen befreit in der Jagdstuben – auch der, der meinte, dass er nicht tanze.

Nachdem alle gut eingestimmt sind, überlässt Thomas das DJ-Pult an Stefan, der an diesem Abend überwiegend Stücke auflegt, die er bisher noch nicht bei einer Milonga zu Gehör gebracht hat. Eine schwierige Aufgabe hat er damit vor sich, denn er will sowohl den Wünschen der tangogewöhnten Tänzer als auch der Non-Tango-liebenden Contact-Tänzerinnen gerecht werden – ein Spagat zwischen Alt und Neu, zwischen Tango und Non-Tango.

Der Abend endet mit einer ganz neuen, spannenden Cumparsita, alle wirken vergnügt und satt von der Musik und vom Tanz. Nur – so bemängelt eine Tänzerin – eines habe ihr gefehlt: die gemeinsame Verabbschiedung im Kreis, wie sie bei Contact-Veranstaltungen üblich ist. Wir nehmen diesen Wunsch auf als Anregung für unsere nächste (Jagdstuben-)Milonga in Freising, wenn wir wieder Einladen zum kreativen Tanz zwischen Contact und Tango.


© Gertrud Beckers-Kias, www.Tru-D.de

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2 Gedanken zu „Jagdstuben-Milonga: kreativer Tanz zwischen Contact und Tango

  1. TomO

    ❤ Klingt nach “mal hinfahren und lustvoll tanzend ein- und ausleben” sagt aus dem fern unkonventionell Eingenordeten der Berliner …

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