Domzimmer-Milonga oder: Wer barfuß tanzt, …

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Was macht ein Tänzer, der Tango und Contango liebt, die Idee der Wohnzimmer-Milonga Riedl‘scher Prägung schätzt, und viele befreundete Tänzerinnen und Tänzer zur privaten Geburtstagsmilonga einladen möchte? Er sucht einen größeren Raum für sein Fest und macht aus der Wohnzimmer-Milonga eine Domzimmer-Milonga.

Bei der Besichtigung des Saals im Kardinal-Döpfner-Haus auf dem Freisinger Domberg hängen im Flur Kalligraphien. Die Kalligraphie am Eingang des Tanzsaals in spe zeigt zwei verschiedene abgetanzte, abgelegte Frauentanzschuhe auf einem Untergrund der Worte lost shoes lost shoes lost shoes verlorene Schuhe lost shoes – und dazwischen ganz groß der Satz: Wer barfuß geht, den drücken keine Schuhe. Ja, das ist ein gutes Motto für Stefans Domzimmer-Milonga:

Wer barfuß tanzt, den drücken keine Schuhe.

Zu seinem Geburtstag lädt Stefan Freunde aus dem Großraum München ein: kreative Tango- und Contango-Tänzerinnen und -Tänzer. Viele sagen zu:  Ja, sie freuen sich und sind bereit, sich auf den Weg zu machen, von Ingolstadt und Dachau, von Regensburg und München. Unter den 30 Festgästen (15 Frauen und 15 Männer) haben gut zwei Drittel langjährige Tangoerfahrung. Auch gefragte Contango-Kursleiter, langjährige CI– und Contango-Tänzer und Tanztherapeutinnen sind dabei. Ein Tanzfest soll es werden, für Essen und Trinken sorgen die Gäste. Sie bringen Fingerfood mit, knoblauchfreies Börek, leckere Fruchtspieße …; für Mineralwasser und Limo hat Jonas gesorgt.

Andrea Gröger, Tango- und Contango-Tänzerin, Tanz- und Ergotherapeutin aus München, hatte sich bereit erklärt, das Warm-up abzuhalten, bei dem die Tänzerinnen und Tänzer mit ihren unterschiedlichen Tanzerfahrungen einander näherkommen konnten – ein wunderbares und großes Geschenk für Stefan und für uns alle!

Am Ende des einstündige Workshops legte Stefan einen Geburtstags-Vals auf – nein, nicht für sich selbst, sondern für Andrea, die auch an diesem Tag Geburtstag hatte. Stefan hatte von einem Milongabesuch in Berlin die Idee mitgebracht, dem Geburtstagskind die Augen zu verbinden – und so verband er Andrea die Augen und begann mit ihr den Geburtstags-Vals, an dem sich wie beim Tango üblich viele beteiligten.

Tango meets Contango

Nach dem Vals wurde mit Sekt in Pappbechern angestoßen, mit herzlichen Glückwünschen an die beiden Geburtstagskinder Andrea und Stefan.

Sabine Redl-Thorbeck, erfahrene DJ/TJ aus Ingolstadt, hatte angeboten, Musik aufzulegen – und hat zur Musik gleich noch ihre professionelle Anlage mitgebracht. Sabine stand zwei Stunden lang hinter dem DJ-Pult, beobachtete die Stimmung im Saal und passte ihre Musik entsprechend an – es ergab eine wunderbare Mischung schöner Musik mit Tangos und Non-Tangos. Getanzt wurde – je nach Lust, Laune und Können – mal Tango, mal Contango, mit Tangoschuhen, mit Sneakern oder barfuß (nun ja, auch barfuß mit foot gloves). Auf jeden Fall: schön, beschwingt, befreit.

Als alle, auch die letzten, verspäteten Gäste, auf der Tanzfläche waren, legte Sabine für Stefan den Geburtstags-Vals auf: „Auf mich soll‘s rote Rosen regnen“ mit Hildegard Knef. Auch Stefan durfte nun mit verbundenen Augen tanzen, im Wissen, dass alle im Raum darauf achten würden, dass er nicht an die Wand stößt. Und so tanzte er seinen Vals, ohne sofort zu wissen, mit wem er tanzte: mit Mirjam, Monika, Andrea, Connie, ….

… oder mit Diana, die Rainer dazuholte, was wiederum Peter und Hermann in Bewegung brachte und schließlich fast alle Gäste in einem größen Knäuel mit Stefan tanzten, mit viel Nähe, Herzlichkeit und Spaß.

In der letzten Stunde legte Stefan wie eingangs selbst wieder die Musik auf. Zu dieser späten Stunde hatte sich die Tanzfläche schon etwas geleert, Einzelne waren da schon wieder auf dem Heimweg, andere saßen am Rand und überlegten, ob sie ihren Beinen eine weitere Tanzrunde bei mitreißender Musik zumuten konnten. Oder sie genossen es einfach, dazusitzen und zuzuhören, erschöpft, erfüllt – glücklich.

Hier geht’s zur Playlist von Stefans Domzimmer-Milonga.

Und hier zu Gerhard Riedls Bericht seines Contango-Besuchs.

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