Mach in mir deinem Geiste Raum …

Mit den Strophen 1, 6 und 8 des bekannten Paul-Gerhardt-Lieds: „Geh aus mein Herz und suche Freud …” (Evangelisches Kirchengesangbuch, Lied Nr. 503) begann der „Ehrenamts-Dank-Gottesdienst“ am 3. Juni in der Freisinger Christi-Himmelfahrts-Kirche.

Eingeleitet wurde der Gottesdienst mit dem Spitzwegerich und der Glockenblume: Der überall wachsende, heilbringende Spitzwegerich steht jederzeit zur Verfügung und sagt uns, dass es für eigene und für die anderen zugefügten Verletzungen Heilung gibt. Mit der Glockenblume zeigen wir unsere Dankbarkeit: Dankbarkeit gegenüber Gott und Dankbarkeit für die Menschen, die Gott als Gemeinde zusammengeführt hat.

Das Thema der Predigt war die Verschiedenheit der Geistesgaben aus dem Brief des Paulus an die Korinther: 1. Korinther 12, 1-11: „… Dies alles wirkt aber ein und derselbe Geist, indem er jedem eine besondere Gabe zuteilt, wie er will.“

Passend zum Text wurde vor der Predigt das eher unbekannte – Lied Nr. 268 gesungen:
„Strahlen brechen viele aus einem Licht …“ , deutscher Text 1976 von Dieter Trautwein,
nach dem schwedischen Lied „Lågorna är många, ljuset är ett“, Text von Anders Frostenson, Musik von Olle Widestrand (zum Üben mit Klavierbegleitung und Den svenska Psalmboken Psalm 61).

In der Predigt wurden die vielfältigen Gaben der Gemeindemitglieder genannt, und zwar nicht konkret festgemacht an bestimmten Diensten oder bestimmten Personen, sondern mithilfe von Blumen. So entstand ein bunter Strauß, der mittels der Blumen die Eigenschaften und Gaben der Gemeindemitglieder beschreibt:

  • Die Gerbera steht in der Mitte, sie strahlt und sagt: „Durch dich wird alles noch schöner!“
  • Die nicht gezüchtete, robuste Heckenrose ist ein Zeichen für Poesie und Kreativität.
  • Die Iris steht für Ritterlichkeit und Tugend.
  • Die Kamille bringt Heilung, Hoffnung und Trost.
  • Die Margerite steht für Natürlichkeit und hilft bei Entscheidungen: „Er liebt mich, er liebt mich nicht …“.
  • Das Veilchen ist bescheiden, zurückhaltend, dabei ist es klein und zäh.
  • Die Malve ist genügsam und gilt als Vermittlerin.
  • Die eine namenlose exotische Blume steht für das Neue, Ungewohnte, Unbekannte.
  • Ergänzt wird der Strauß durch die Sonnenblume als Symbol für die Sonne, die dem Wachsen der Blumen die gemeinsame Richtung gibt.

Mit dem Vergissmeinnicht wurde bei den Fürbitten an Menschen gedacht, die nicht vergessen werden sollen: ein Täufling, ein frisch getrautes Ehepaar, verstorbene Mitglieder aus der Gemeinde.

Mit den Strophen 13 und 14 des Paul-Gerhardt-Lieds endete der Gottesdienst:

Mach in mir deinem Geiste Raum,
Dass ich dir werd ein guter Baum,
Und lass mich Wurzel treiben*
Verleihe, dass zu deinem Ruhm
Ich deines Gartens schöne Blum
Und Pflanze möge bleiben!“

*ursprünglich: „… und lass mich wohl bekleiben“;
„bekleiben“ = „haften, stecken bleiben“

Es war ein wohltuender Gottesdienst, voller Licht und Farben, mit Menschen, die sich zum Teil schon seit Jahren immer wieder hier begegnen und die offen sind, auf andere zuzugehen.

Auch wer nur als Gast da war oder noch nicht lange in der Gemeinde ist und kein Ehrenamt ausübt, hat sich sicherlich angesprochen und einbezogen gefühlt und sich überlegt: „Welche meiner ‚Gaben‘ und Eigenschaften würde hier gut dazupassen? Welche Pflanze könnte ich sein? Findet auch meine Pflanze hier einen Platz: als Gänseblümchen, als Grashalm, als Brennnessel …?”

Im Stegreifspiel nach dem Gottesdienst, bei Kaffee und Kuchen, wurde gefragt: „Warum machst du das, warum bist du ehrenamtlich in der Gemeinde tätig?” Die kurze Antwort des Befragten lautete: „Das ist einfach so.“

 

 

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