Unbekanntes nunbekanntes Tschechien

Mein letzter Oktober stand ganz im Zeichen von Tschechien, mit Prag, Liberec und Žítková …

Prag

Anfang Oktober fuhren wir für drei Tage nach Prag. Mit einem Film-Klassiker von 1969 hatten wir uns auf diese Reise nach Prag eingestimmt, mit „Salto Mortale“ und den „Flying Dorias“ in Prag, mit dem toxoplasmosekranken Bären Pando und der Rettungsaktion durch Mischa Doria über Funk nach Winterthur … Zusätzlich zum aktuellen „Baedecker Reiseführer Prag“ haben wir auf der Zugfahrt nach Prag auch ein älteres „Merianheft“ gelesen.

Die Fahrt mit dem alex, ab Landshut ohne Umstieg bis Prag, dauerte fast sechs Stunden. In Prag angekommen gingen wir zu Fuß zu unserer AirBnB-Wohnung in der Nähe des Wenzelsplatzes: zentral gelegen und doch angenehm ruhig und freundlich, mit dem Eingang neben einer kleinen Buchhandlung; dort habe ich als Mitbringsel für unsere Freisinger Freundin und Lotsin Katka die tschechische Ausgabe von „Grandhotel“ gekauft. Von hier aus haben wir die Stadt erkundet mit ihren Restaurants, Cafés, Plätzen … und uns dabei Gedanken darüber gemacht, was es für eine „Weltkulturerbestadt“ bedeutet, wenn sie von immer mehr Menschen heimgesucht wird und die ursprüngliche Kultur dabei verloren geht. Was bleibt, ist Weltkultur mit Standardsouvenirs, Pizzeria-Ketten, Geldwechselbüros, Studios für thailändischer Massage …

Wir begannen unseren reisefreien Tag in Prag in einem Café, wo wir gerade noch einen Tisch fürs Frühstück zugewiesen bekamen. Nach dem Frühstück gingen wir zu Fuß durch den Park zum Aussichtsturm Petřín und von dort weiter zur Prager Burg auf dem Hradschin. Wir genossen den Blick über die Stadt und das nette Restaurant mit den tollen Plakaten. Später dann der Abstieg hinunter in die Stadt, zum Kafka-Museum und an die Moldau und dort Brechts „Lied von der Moldau“ gesungen:

„Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag. …“

Weitere Stationen unseres Pragbesuchs waren die Karlsbrücke, das Rathaus mit der astronomischen Uhr, das jüdische Viertel von Prag und das Museum des tschechischen Kubismus mit seinem Café – bevor wir am Abend des 3. Oktobers wieder in den alex nach Freising stiegen.

Liberec

Jaroslav Rudiš: „Grandhotel“ („Grandhotel. Román nad mraky“)

Die Heimfahrt reichte genau für Lektüre des Buches „Grandhotel“ von Jaroslav Rudiš aus dem Jahr 2006: „Grandhotel. Román nad mraky“, „Grandhotel. Roman über den Wolken“ als Einstimmung für die zweite Begegnung mit Tschechien: Mit Freisinger Freunden ging es am 18. Oktober nach Regensburg ins Hotel Orphée zur Hörbuchpräsentation von „Grandhotel“ aus dem LOhrBär-Verlag.

Dank einer Facebook-Aktion des LOhrBär-Verlags hatte ich im September ein Exemplar des Hörbuchs gewonnen und es wenige Tage vor der offiziellen Präsentation bereits erhalten. So war es nun spannend, dem Autor, dem Verleger und den Sprechern des Hörbuchs im vertrauten Regensburger Orphée zu begegnen und dabei die tschechische Stadt Liberec mit dem Berghotel Ještěd vor Augen zu haben und zu sehen, wie Fleischman, die Hauptperson des Romans, bemüht ist, die Grenzen der Heimatstadt zu überwinden, während ein anderer, Franz, versucht, dort zu enden, wo er geboren wurde.

Žítková

Kateřina Tučková: „Das Vermächtnis der Göttinnen. Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten“ („Žítkovské bohyně“)

Am Tag nach der Hörbuchpräsentation bekam ich von Katka die Empfehlung eines weiteren tschechischen Buches: „Das Vermächtnis der Göttinnen“ von Kateřina Tučková, einer „angesagten“ tschechischen Autorin. Nach erstem Zögern habe ich das Buch gekauft … und es in einem Zug (nein, nicht im alex, sondern zu Hause) gelesen und es schließlich auf der Bücherfrauen-Website empfohlen.

So wurde der Oktober für mich eine Reise durch das mir bis vor Kurzem noch gänzlich unbekannte Tschechien: von der Weltkulturerbestadt Prag in den Norden nach Liberec und in die Weißen Karpaten im Osten nach Žítková.

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