{"id":1237,"date":"2018-03-30T19:42:26","date_gmt":"2018-03-30T19:42:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ichtich.de\/?p=1237"},"modified":"2025-05-03T10:20:27","modified_gmt":"2025-05-03T10:20:27","slug":"1237","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ichtich.de\/?p=1237","title":{"rendered":"Schwedischkurs: tala, skratta, fira, minnas"},"content":{"rendered":"<p>Im Herbst 2005 begannen wir mit unserem Schwedischkurs: eine Gruppe von Studentinnen und Studenten, Lehrer, Rentner, eine Freiberuflerin, \u2026, dazu Birgitta aus \u00c5tvidaberg in Schweden. \u201eTala svenska\u201c vom <a href=\"http:\/\/www.groa.de\/html\/aktuelles.html\">Groa Verlag<\/a> war unser Lehrbuch. Auf einer der ersten Seiten im Buch sahen wir einen Mann, \u201een man\u201c, beim Fischen, \u201efiska\u201c, im Gespr\u00e4ch mit einem Jungen, \u201een pojke\u201c. \u201eEtt Samtal i Malm\u00f6\u201c, so lautete die \u00dcberschrift zum Bild. Wir lernten: die Vorsilbe\u201esam\u201c bedeutet \u201ezusammen, gemeinsam\u201c, \u201etala\u201c bedeutet \u201esprechen\u201c. Ja, das wollten wir: \u201esam-tala\u201c, \u201ezusammen sprechen\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">* <em>sprechen, lachen, feiern \u2013 erinnern<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mit den Geschichten im Buch reisten wir durch Schweden, vom Campingplatz in Bohusl\u00e4n zum Hotel bei Karlskrona \u2013 wir hatten im Kurs viel Spa\u00df dabei, als Touristen nach einem Zimmer zu fragen oder im Restaurant etwas zu essen zu bestellen. Es war befreiend, gemeinsam zu \u00fcben, zu reden und zu lachen.<\/p>\n<p>Ganz zu Beginn des Kurses wurde ein M\u00e4dchen geboren, Anna. In den folgenden Jahren kam sie regelm\u00e4\u00dfig mit ihrer Mutter zu uns. Jahre sp\u00e4ter, als Anna schon lange in Nordschweden ein neues Zuhause gefunden hatte, war wieder ein kleines M\u00e4dchen bei uns im und erkrabbelte neugierig den Raum und unsere Taschen.<\/p>\n<p>Jeden Januar und jeden Juni ging die Teilnehmerliste herum, in die wir uns wieder eintrugen. Und so trafen wir uns dann wieder im M\u00e4rz und im Oktober zum Folgekurs. Manche verlie\u00dfen die Runde, weil sie wegzogen, doch andere kamen nach und wurden Teil der Gruppe. Im Juni feierten wir <a href=\"https:\/\/www.ichtich.de\/?p=61\">midsommar-knytkalas<\/a>, und im Dezember <em>jul<\/em> mit <em>lussekatter<\/em> und <em>gl\u00f6gg, <\/em>dabei sangen wir <em>lucias\u00e5nger<\/em>, von Gitarre oder Geige begleitet:<\/p>\n<p><em>Du ska inte tro det blir sommar &#8230; <\/em>und <em>Den blomstertid nu kommer \u2026,<br \/>\nSanta Luci-i-i-a &#8230; <\/em>und <em>&#8230; tissla, tassla \u2013 tipp, tipp, tapp.<\/em><\/p>\n<p>Wenn jemand Geburtstag hatte, sangen wir die schwedische Version von \u201eHoch soll sie leben \u2026\u201c: \u201eJa, m\u00e5 hon leva, ja, m\u00e5 hon leva \u2026 uti hundrade \u00e5r\u201c, zum Schluss sagte Birgitta feierlich: \u201eEtt fyrfaldigt leve f\u00f6r _, hon leve!\u201c, und wir erg\u00e4nzten: \u201eHurra, hurra, hurra, hurra\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1250\" src=\"https:\/\/www.ichtich.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Kaffeetafel-in-Schweden-k.jpg\" alt=\"\" width=\"1600\" height=\"1127\" srcset=\"https:\/\/www.ichtich.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Kaffeetafel-in-Schweden-k.jpg 1600w, https:\/\/www.ichtich.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Kaffeetafel-in-Schweden-k-300x211.jpg 300w, https:\/\/www.ichtich.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Kaffeetafel-in-Schweden-k-768x541.jpg 768w, https:\/\/www.ichtich.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Kaffeetafel-in-Schweden-k-1024x721.jpg 1024w, https:\/\/www.ichtich.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Kaffeetafel-in-Schweden-k-624x440.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<p>Nachdem wir \u201eTala svenska\u201c durchgearbeitet hatten, wurde aus dem Sprachkurs ein Konversationskurs. Wir redeten \u00fcber alles m\u00f6gliche, was wir w\u00e4hrend des zur\u00fcckliegenden Wochenendes oder des letzten Urlaubs getan und erlebt hatten, und erfuhren dabei immer mehr voneinander und \u00fcber die jeweiligen Lieblingsthemen: Natur, Musik, Literatur, Fotografie, Reisen, &#8230;<\/p>\n<p>Und wir begannen, schwedische B\u00fccher zu lesen und im Kurs zu besprechen \u2013 B\u00fccher, die wir bei Charlotte von <a href=\"http:\/\/www.saltagrodan.de\/\">Saltagrodan<\/a> in Berlin (seit 2018 in Gr\u00e4felfing) bestellt hatten:<\/p>\n<ul>\n<li>2011\/2012: Vilhelm Moberg, \u201eTorr sommar\u201c<\/li>\n<li>2012\/2013: Leicht-zu-lesen-Version von Henning Mankells \u201eMannen p\u00e5 stranden\u201c und \u201eFotografens d\u00f6d\u201c<\/li>\n<li>2013\/2014: Catharina Ingelman-Sundberg, \u201eKaffe med r\u00e5n\u201c<\/li>\n<li>2014\/2015: Henning Mankell, \u201eItalienska skor\u201c<\/li>\n<li>2015\/2016: Fredrik Backman, \u201eEn man som heter Ove\u201c<\/li>\n<li>2016\/2017: Annette Haaland, \u201ePastor Viveka och tanterna\u201c<\/li>\n<li>2017\/2018: Per J Andersson, \u201eNew Delhi \u2013 Bor\u00e5s: den osannolika ber\u00e4ttelsen om indiern som cyklade till Sverige f\u00f6r k\u00e4rlekens skull\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>All die Jahre hindurch war Birgitta nie krank gewesen. Doch pl\u00f6tzlich hatte Birgitta Schmerzen \u2013 Schmerzen, die sie davon abhielten, mit uns zum Ende des Winterkurses 2017\/2018 indisch essen zu gehen. Drei Wochen nach ihrem siebzigsten Geburtstag starb Birgitta. Im Trauergottesdienst h\u00f6rten wir auf Schwedisch das Lied \u201eM\u00e5 din v\u00e4g &#8230;\u201c , \u201eM\u00f6ge dein Weg \u2026\u201c, nach einem irischen Segenswunsch (<a href=\"http:\/\/notes.evl.fi\/psalmbok.nsf\/30a7d6618ce6ab81c2256ca80040e996\/293817304ca137fec22580fb0035c16a\">Text mit Zeichensprache<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KFUu_oE_8c0\">Gesang<\/a>):<\/p>\n<p><em>M\u00e5 din v\u00e4g g\u00e5 dig till m\u00f6tes och m\u00e5 vinden vara din v\u00e4n<\/em><br \/>\n<em> och m\u00e5 solen v\u00e4rma din kind och m\u00e5 regnet vattna sj\u00e4lens jord<\/em><br \/>\n<em> och tills vi m\u00f6ts igen m\u00e5 Gud h\u00e5lla, h\u00e5lla dig i sin hand.<\/em><\/p>\n<p>Ich bin froh und dankbar f\u00fcr die Zeit, die wir mit ihr verbracht haben: mit ihr, die gerne <em>\u00e4rtsoppa<\/em>, <em>k\u00f6ttbullar<\/em> und <a href=\"https:\/\/www.ichtich.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Janssons-2016-06-03-624x452.jpg\"><em>Janssons frestelse<\/em><\/a>, <em>kanelbullar<\/em>, <em>hallongrottor<\/em> und <em>jordgubbar<\/em> a\u00df, die uns lehrte, schwedisch zu sprechen, schwedische B\u00fccher zu lesen und schwedische Filme zu sehen oder <a href=\"https:\/\/sverigesradio.se\/sommarvinterip1\">Sommar i P1<\/a> anzuh\u00f6ren, die es liebte, mit uns zu feiern und zu singen \u2013&nbsp;unsere Lehrerin und Freundin Birgitta.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Herbst 2005 begannen wir mit unserem Schwedischkurs: eine Gruppe von Studentinnen und Studenten, Lehrer, Rentner, eine Freiberuflerin, \u2026, dazu Birgitta aus \u00c5tvidaberg in Schweden. \u201eTala svenska\u201c vom Groa Verlag war unser Lehrbuch. 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