Wohnzimmer-Milonga: vorbereiten, durchführen und sich für das Wohl der Gäste verantwortlich fühlen

Kennt ihr das auch: Wenn ihr zu einem privaten Fest einladet, fühlt ihr euch verantwortlich, verantwortlich nicht nur für die Organisation und die Durchführung des Festes, sondern – vor allem – für das Wohl eurer Gäste während und auch nach dem Fest. Was beinhaltet das?

Nachdem wir innerhalb von fünf Monaten drei „Domzimmer-Milongas“ organisiert und durchgeführt haben, möchte ich anderen, die ein ähnliches Experiment wagen wollen und sich fragen, ob Tango und ContactTango miteinander irgendwie vereinbar sind, den Aufwand, die Erfahrungen und die Freuden eines  solchen privaten Tanzfestes beschreiben. Wozu? Vielleicht, damit zukünftige Gastgeber einschätzen können, ob sie genügend Energie, Ideen, Freude und „Karma“ für die Durchführung solcher Feste haben. Dazu am Ende des Beitrags eine Checkliste.

Vorbereitungen vor dem Contango-Fest

  • Ihr sucht einen schönen Raum.
  • Ihr überlegt, wen ihr einladen wollt: Wer passt gut zu diesem Fest? Wem wollt ihr mit eurer Einladung diese Art zu tanzen zeigen?
  • Nach und nach schreibt ihr rund neunzig Mails, sammelt Absagen und Zusagen, schaut dabei, ob das Verhältnis von Männern und Frauen und von Tango-, Contact- und Contango-Erfahrenen euch möglichst ausgewogen erscheint. Und freut euch, wenn schließlich mehr als 30 Gäste zugesagt haben.
  • Ihr sorgt mit einer genauen Beschreibung dafür, dass die Gäste den Weg zum Fest (samt Parkplatz) finden.
  • Ihr sorgt mit eurem Einladungsschreiben dafür, dass die Gäste wissen, was sie erwartet: Welche Art von Musik wird aufgelegt? Welche Art zu tanzen ist möglich? …, aber auch: Was gibt es zu essen und zu trinken?
  • Ihr lasst die Gäste wissen, wie sie sich so anziehen können, dass sie sich wohlfühlen in ihrer Kleidung und sie sich frei bewegen können an einem Fest mitten im Sommer.
  • Ihr sorgt für einen DJ, der Musik liebt, einen großen Schatz an ganz unterschiedlicher Musik hat, der sorgfältig auswählt und bunt gemischt auflegt – und dabei noch offen ist für vorgebrachte Musikwünsche.
  • Ihr ladet einen Contango-Lehrer ein, der viel Erfahrung hat im Anleiten von Contango-Veranstaltungen: der die Gäste zu Beginn des Warm-up willkommen heißt, begrüßt und nach ihren Namen fragt, sie in die Gruppe integriert, das Können der Anwesenden abfragt und einschätzt und der schließlich ganz unterschiedliche Tanzmöglichkeiten aufzeigt und dabei eine wunderbare Showeinlage bietet.
  • Ihr freut euch über die spontane Zusage einer Gruppe von Musikern, die ihre Begeisterung an der Musik und am gemeinsamen Musizieren und Interpretieren vieler bekannter Tango-Stücke weitergeben wollen.
  • Ihr bereitet eine Rede vor, weil euch dies für den Anlass eures Festes wichtig ist, und überlegt dabei, wie lang die Rede sein darf, ohne zu belästigen und vom Tanz abzuhalten.

Beim Fest

  • Während des Fests achtet ihr darauf, ob sich alle wohlfühlen, sie miteinander in Kontakt kommen – sei es beim Tanz oder im Gespräch.
  • Ich freut euch, wenn ihr merkt, wie schnell Gäste, die sich bisher nicht kannten, zueinander finden und ihre Erfahrungen austauschen – beim Tanz oder im Gespräch.
  • Gästen, die Contango bisher nicht kennen ist, erklärt ihr, was und wie da getanzt wird.
  • Gäste, die abwartend am Rand sitzen, fordert ihr auf, tanzt mit ihnen und ladet sie ein, in der Runde mitzutanzen.
  • Zuspätkommende, die sowohl die gemeinsame Begrüßung samt Rede als auch einen Großteil der Einführung durch den Contango-Lehrer verpasst haben, begrüßt ihr und achtet darauf, ob auch sie gut in der Runde ankommen und sich gerne und mit Vergnügen auf den gemeinsamen Festabend einlassen.
  • Schließlich seid ihr selbst so weit, dass ihr das Fest genießen könnt: Die Gesichter der Tanzenden zeigen euch, dass ihr ein schönes Fest vorbereitet habt. Die Verabschiedungen am Ende des Abends bestätigen euch: sie haben das Fest genossen.

(Unvollstädige) Checkliste für ein privates Tanzfest

  • einen Raum suchen und anmieten
  • Essen und Getränke planen und besorgen
  • die Gäste auswählen, einladen und die Gästeliste aktualisieren
  • Einladungs- und Erinnerungsmails verfassen und verschicken,
    inkl. Anfahrt, Räumlichkeiten, Dresscode, Musik, …
  • DJ, Live-Band, Moderator anfragen
  • den Raum vorbereiten (und später wieder aufräumen)
  • die Gäste begrüßen und miteinander bkanntmachen
  • die Stimmung im Auge behalten
  • … das Fest genießen

Und danach zu Hause:
Musik auflegen, zuhören und tanzen:

Imagine all the people
Living life in peace …

You, you may say I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you will join us
And the world will be as one

 

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